Genderwashing in Digital Platforms’ Self-Regulation: A Case Study of Decisions by the Meta Oversight Board
DOI:
https://doi.org/10.60678/gmj-de.v15i2.335Schlagworte:
Genderwashing, digitale Plattformen, freiwillige Selbstkontrolle, Meta Oversight Board, GeschlechtergerechtigkeitAbstract
Onlinebasierte geschlechtsspezifische Gewalt schränkt die Rechte von Frauen ein und generiert zugleich Profite für digitale Plattformen, da entsprechende Inhalte häufig besonders hohe Klickzahlen erzielen. Diese Dynamik veranschaulicht die geschlechterbezogenen rechtlichen Problemlagen, die mit den Geschäftsmodellen digitaler Plattformen einhergehen. Solche schädlichen Praktiken werden sowohl in der rechts- als auch in der sozialwissenschaftlichen Forschung kritisch untersucht und sind Gegenstand eines breiten Regulierungsdiskurses, der sowohl Soft- und Hard-Law-Instrumente als auch Selbstregulierungsmechanismen sozialer Medien umfasst. Letztere manifestieren sich insbesondere in der Ausgestaltung von Nutzungsbedingungen sowie in der Einrichtung „quasi-regulatorischer“ Gremien. Ein solches Gremium ist das Meta Oversight Board – ein unabhängiges Gremium, das Entscheidungen von Meta über Inhalte auf Facebook, Instagram und Threads überprüft.
Die vorliegende Studie analysiert zwei geschlechterbezogene, bindende Entscheidungen des Oversight Board mit dem Ziel, (i) die rechtlichen Werte, Normen und Prinzipien zu untersuchen, die in geschlechtersensiblen Entscheidungen zur Anwendung kommen, sowie (ii) zu prüfen, ob diese Entscheidungen zu wirksamen Schutz-, Abhilfe- und infrastrukturellen Veränderungen innerhalb der Dienste von Meta geführt haben. Der Beitrag argumentiert, dass Metas Reaktionen weitgehend oberflächlich bleiben und menschenrechtliche Diskurse primär zur Legitimation unternehmerischer Maßnahmen herangezogen werden, ohne die zugrunde liegenden infrastrukturellen Ursachen anzugehen. Diese Maßnahmen fungieren häufig als symbolische Interventionen statt als substanzielle Reformen und können als Formen des Genderwashings interpretiert werden, die bestehende Schädigungen für Frauen, Mädchen und LGBTQIA+-Nutzer:innen im digitalen Raum letztlich eher verstärken als mindern.
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